Therapeutenliste

von Alice Miller

Therapeutenliste
Monday 17 November 2008

AM: Leider kenne ich keine Therapeuten, die ich Ihnen empfehlen k?nnte. Das hei?t aber nicht, dass es keine empfehlenswerten gibt. Nur dass sie mir nicht bekannt sind.
Wenn ich im Internet nach ihnen suche, finde ich eine Menge esoterischer, sektiererischer, religi?ser Angebote, Werbung aller Art, Schwarze P?dagogik, traditionelle Fallen, aber nirgends die Anerkennung der essentiellen Bedeutung der Kindheit im Leben des Erwachsenen und der verheerenden Auswirkungen des Schlagens kleiner Kinder. Wenn Sie einen kompetenten Therapeuten suchen, müssten Sie sich in den ersten Gespr?chen vergewissern, ob er die folgenden Voraussetzungen mitbringt:
1 – Die Bereitschaft, Ihre Fragen über seine (ihre) Sicht auf seine (ihre) Kindheit und Ausbildung im Erstinterview zu beantworten.
2 – Die Freiheit, sich über die Grausamkeiten Ihrer Eltern zu emp?ren und NICHT neutral zu bleiben, wenn Sie Ihre Geschichte erz?hlen.
3 – Die F?higkeit, Ihnen empathisch beizustehen, wenn Sie endlich Ihren Zorn erleben und ausdrücken k?nnen, den Sie Jahrzehnte lang aus Angst vor der Strafe zurückgehalten haben.
4 – Die Weisheit, Ihnen nicht Vergessen, Vergebung, Meditation, positives Denken und buddhistische “Weisheit”, die echte, lebenswichtige ” Emotionen als “negative” bek?mft, zu empfehlen und auf diese Weise Ihre Schuldgefühle noch zu steigern.
5 – Die Redlichkeit, Ihnen nicht leere Worte wie ?Spiritualit?t“ und andere anzubieten, wenn Ihre Geschichte zu gro?e ?ngste beim Zuh?rer hervorrufen sollte.
6 – Das Wissen, dass sich der leidende Erwachsene von dem in seinem K?rper gespeicherten Zorn als Reaktion auf die in der Kindheit erfahrenen Misshandlungen befreien muss, indem er diesen Zorn bewusst erlebt, ausdrückt und seine Berechtigung versteht.
Da ich keine Therapeutenliste anzubieten habe, aber st?ndig danach gefragt werde, habe ich eine FAQ Liste publiziert, die leicht auf der Seite ?Artikel“ zu finden ist. Sollte es ein Therapeut schon im Erstgespr?ch ablehnen, Ihre Fragen zu beantworten, k?nnen Sie sicher sein, dass Sie sich viel Geld, Zeit und unn?tige Hoffnungen ersparen, wenn Sie kein zweites Gespr?ch mit ihm oder ihr vereinbaren. Sollten Sie angst haben, Ihre Fragen zu stellen, w?re Ihre Angst zwar durchaus als Furcht vor Ihren Eltern verst?ndlich, weil der Therapeut eine Autorit?tsfigur darstellen mag. Doch Ihre Fragen sind trotzdem sehr wichtig, und es lohnt sich, sie zu stellen, um nicht eine Verwirrung zu riskieren, die jahrelang andauern kann und nichts Gutes bringen wird. Wenn Sie das Stellen der Fragen auf sich nehmen, k?nnen Sie nur gewinnen.
Es mag Ihnen auch helfen, im Eingang zu dieser Webseite, über meine Ablehnung der Psychoanalyse zu lesen, die meines Erachtens den Zugang zur REALIT?T unserer Kindheit VERBAUT.